MVS

Kurzfassung

Die Studie untersuchte die Veränderungsprozesse des Kirchenplatzes Maria vom Siege in Wien 15. Der Platz wurde 1993 geplant und ausgeführt und bereits 2013 umgestaltet.

Der Kirchenplatz Maria vom Siege war aufgrund von Aneignungs-, Abnützungs- und Entwertungsprozessen und mangelnden zyklischen baulichen Erhaltungsmaßnahmen 2013 erneuerungsbedürftig.

Die Ziele dieser Studie umfassten:

  • die Untersuchung des Wandels 1993-2013 auf den Kirchenplatz bezogen,
  • die Entwicklung und Erprobung des Schichtenmodells für den Wandel und
  • den Diskurs über die Beständigkeit, Robustheit und Alterungsfähigkeit.

Maßnahmen zur Platzumgestaltung sollten sich umfassend, systemisch und ausgewogen auf die drei Faktoren als künstlerische Einheit der Landschaftsarchitektur, – die sozialen, ökologischen und symbolischen Faktoren im Zusammenhang mit dem Potentialen des Ortes und des Umfeldes beruhen und eine vielfältige Belebung fördern.

Empfehlungen fokussieren einen kreativen Umgang mit Geschichte und Tradition als Gestaltungsmittel. Der Erhalt benötigt eine Neudefinition und Neucodierung als Chance für die Identität des Ortes. Die Erforschung von charakteristischen Kennzeichen der Freiraumentwicklung und der Handlungspraktika ist dringlich, die sich vom traditionellen Paradigma der Nachkriegszeit „Abreißen und Wiederaufbauen“ lösen und sich durch einen neuen kreativen Umgang mit dem Bestand konstituieren.

Die Positionen zwischen Tabula Rasa und denkmalpflegerischer Rekonstruktion sind der Erhalt und die Weiterentwicklung des Originalbestandes. Diese Weiterentwicklung umfasst Empfehlungen zu einer räumlich-strukturellen Offenheit gegenüber Veränderungen im Fokus der genannten drei Grundfunktionen, die sozialen, ökologischen und symbolischen Faktoren. Sie wird durch die Stabilität der beständigen Elemente und der Offenheit der alterungsfähigen Elemente bestimmt. Der stabile Rahmen und das beständige Gerüst sind die Basis für das Neue wie programmatisch das Baumschutzgesetz und Naturschutzgesetz. Die Strategie der Wandlungsfähigkeit fokussiert neue Bedeutungen im Gleichgewicht dieser drei Grundfunktionen. Dynamische Elemente wie Bodenbeläge und Ausstattung sind als zyklisch austauschbar vorzusehen und nicht nur am wandelnden Nutzungsbedarf, sondern im Sinne der Paradigma der Wandlungsfähigkeit und der Raumbelebung auf lokaler Ebene weiter zu entwickeln.


Projektbearbeiterin

Dipl.-Ing. Mira Kirchner

Endbericht (1,5 MB)