Hintergrundbild: SPACETEC Steinicke & Streifeneder Umweltuntersuchungen GbR: Thermalbefliegung 16.08.2001 (Morgenaufnahme); Stadtklimauntersuchung Dezember 2003, Wien

Die Fakten:

  • Der Klimawandel findet statt – Die WMO bestätigt, dass die 20 heißesten Jahre weltweit innerhalb der letzten 22 Jahren waren
  • Die Städte, in den 75% der EU-Bevölkerung leben, sind am stärksten betroffen – Wärmeinseln
  • 2018 gab es in Wien 42 Hitzetage (> 30°C) –  doppelt so viele wie im langjährigen Vergleich
  • Studien zeigen, dass mehr Vegetation und weniger Dichte die Hitzetage reduzieren würden
  • Aber Wien wächst und wird weiter nachverdichtet –  2 Millionen EW bis 2029 innerhalb der gleichen Stadtgrenzen werden erwartet
  • Die Europäische Union ruft nach einer „Grünen Infrastruktur Strategie“ – Mitteilung der EU Kommission 2013
  • Im Wiener STEP 2025 (2015) wir der Begriff „Grüne Infrastruktur“ nicht erwähnt
  • Es ist nicht mehr fünf vor 12, sondern schon zwei vor 12 sagt das „US Bulletin of Atomic Scientists“
  • „Time to panic“ sagt die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg

 

Das Projekt:
Es ist Feuer am Dach – Wien braucht dringend eine „Grüne Infrastruktur Strategie“ als wesentlichen Teil der Klimaanpassungsstrategie, die um einiges radikaler ist als die derzeitigen Überlegungen. Im Zuge der LVA soll eine Strategie – sowohl auf lokaler als auch auf gesamtstädtischer Ebene – entwickelt werden.
Um effektiv zu sein, muss diese vor allem schnell, flexibel und flächendeckend umsetzbar sein. Alle sind sich einig, dass hierzu der Freiraum eine zentrale Rolle spielen kann und muss. Konventionelle Ansätze fokussieren sich auf die Rolle von Parks und Grünräumen, die Potentiale von Dach- und Fassadenbegrünungen sowie die Schaffung neuer Wasserflächen. Diese Rezepte sind in der Theorie durchaus sinnvoll, in der Praxis aber nur begrenzt anwendbar, da es oft an realen Umsetzungsmöglichkeiten fehlt. So können die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel nicht schnell genung getätigt werden.
In den Worten von Sherlock Holmes: “…when you have eliminated the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth?” (Conan Doyle, 1890, The Sign of the Four). Wenn die Lösung zur Klimaanpassung nicht in den Freiräumen oder den Bauten der Stadt zu finden ist, bleiben nur die Straßen als Träger einer neuen „Grünen- bzw. Blauen-Infrastruktur-Strategie“ übrig.
Glücklicherweise ist das Straßennetz aus verschiedenen Gründen sehr gut geeignet diese Rolle zu übernehmen: es ist schon jetzt Träger eines wesentlichen Teils der „Grauen Infrastruktur“; es ist in der ganzen Stadt verteilt und es erschließt jedes Grundstück; es hat einen wesentlichen Anteil an der gesamten Stadtfläche und ist vor allem in öffentlicher Hand, was ein schnelles Handeln ermöglichen kann. Natürlich sollte diese Strategie auch einen zusätzlichen Mehrwert haben, der über die Klimaanpassungsstrategie hinausgeht.

 

Link zum Plakat

Großes Entwerfen & Masterprojekt SoSe 2019
ARCHITEKTUR: 260.490 großes Entwerfen, 10 ECTS
260.494 Exkursion, 2 ECTS
RAUMPLANUNG: 260.493 Masterprojekt, 12 ECTS
Kick-Off: 04.03.2019, 1400 Uhr
Ort: Seminarraum Landscape, Erzherzog Johann Platz 1, 3.Stock, 1040 Wien
weitere Informationen: Email: richard.stiles@tuwien.ac.at
Richard Stiles