Durch die sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung III 2008 wurde von der Stadt Wien eine breit angelegte Studie über die Lebensqualität der StadteinwohnerInnen durchgeführt. Mittels der Befragung wurden unterschiedlichste Lebensbereiche und Aspekte des Lebens in Wien untersucht. Anhand der Umfrage wurde ermittelt, welche Maßnahmen für die Verbesserung der Lebensqualität im Wohngebiet notwendig sind. Am zweiten Platz, neben dem Ausbau von Radverkehrsanlagen, liegt der Wunsch nach der Errichtung von Grünflächen in der Wohnumgebung vor. Speziell in Bereichen wie dem Zentrum(1) und Gründerzeitgebieten mit guter(2) oder Basis(3)-Wohnungsqualität gibt fast die Hälfte der Befragten an, dass zusätzlich zu der Errichtung neuer Grünflächen die Innenhofbegrünung für die Verbesserung der Lebensqualität von hoher Notwendigkeit sei. 
Die Stadt Wien fördert bereits seit 1985 die Hof- und Vertikal-Begrünung durch private Initiative, doch bis dato liegt noch keine Studie darüber vor. Es handelt sich um eine Förderung, von Max. 2200€, die bei Arbeitsdurchführung in Eigenregie zu 100% erstattet wird. Doch die Analyse der Interventionsverteilung und der dadurch entstandenen Grünräume wird sowohl eine Mappierung des Engagements als auch die Auswirkungen auf die Freiraumnutzung im Bezirk zeigen. Erwünscht ist für die bereits aussagekräftige Dauerzeit und anhand der Ergebnisse nach der Sinnhaftigkeit der Förderung zu fragen.
Meine Arbeit möchte einerseits die Wiener Trends festhalten, sich mit der Art der Förderung sowie deren Auswirkung auseinandersetzen, und eine bis Dato nicht vorhandene Lokalisierung erstellen. Für einen bestimmten Bezirk möchte meine Recherche in die Tiefe gehen, der Bezug zwischen Hausgemeinschaft und Hofnutzung und Pflege wie die Auswirkungen vorhandener wohnungsnaher Grünfläche im Bezug auf den umliegenden öffentlichen Raum hinterfragen. Diesbezüglich wurde bis heute der 15. Bezirk und dessen geförderte Innenhöfe kartiert bzw. mit einigen Hausgemeinschaften Gruppendiskussionen durchgeführt. Der theoretische Teil meiner Arbeit möchte sich mit der Bedeutung wohnungsnahen Freiräume, in der besonderen Dichte der Stadt des 19. Jahrhunderts, sowie mit Vorschläge zur Implementierung der privaten Initiative aus einander setzten.

(1) Stadtmorphologisch gesehen ist das Zentrum durch eine sehr höhe Dichte, einem sehr hohen Anteil an gut ausgestatteten bzw. großen Wohnungen und einen sehr hohen Altbaubestand charakterisiert.

(2) Gründerzeitgebiete mit guter Wohnungsqualität sind dem Gebietstyp Zentrum sehr ähnlich. Die bauliche Dichte ist sehr hoch, der Anteil an Kategorie-A-Wohnungen und die durchschnittliche Wohnungsgröße sind aber etwas geringer. Der Anteil von Gebäuden, die in der Zwischenkriegszeit und nach 1960 errichtet wurden, ist dagegen höher.

(3) Gründerzeitgebiete mit Basis-Wohnungsqualität zeichnen sich durch eine hohe bauliche Dichte und einen hohen Altbaubestand aus. Der Anteil der Kategorie- A-Wohnungen ist niedrig, der Anteil der Kategorie-D-Wohnungen mit über 20% sehr hoch. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Anteil kleiner Wohnung sehr hoch Zit. Sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung III


Univ.Ass. Dipl.-Ing. Annalisa Mauri

annalisa.mauri@tuwien.ac.at